Dr. Wolfgang Bartsch
ZahnArztPraxis
Experte für CMD-Therapie

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Am Dorfplatz 13 · 59329 Wadersloh - Diestedde

Artikel im Wochenblatt

Wenn Zähne krank machen (Ursula Wulfekotte, 18.08.2011, Landwirtschaftliches Wochenblatt)

Die Zähne stehen in engem Zusammenhang mit dem Skelettsystem. Deshalb können Fehlstellungen der Zähne schmerzhafte Auswirkungen auf verschiedene Bereiche des Körpers haben.

Kopfschmerzen und Nackenverspannungen waren über Jahrzehnte ständiger Begleiter von Gabriele Terbrock*. Sie war immer wieder in ärztlicher Behandlung, aber nichts half. Bis endlich die Ursache ihres Leidens feststand: Es waren ihre Zähne, oder besser gesagt die nicht mehr vorhandenen Zähne. „Mit etwa 15 Jahren habe ich bei einem Unfall einige Zähne verloren, die nicht ersetzt wurden“, erklärt die 54-jährige Landfrau. Später kamen noch mehr Zahnlücken hinzu. „Mit Anfang 20 wollte ich aus ästhetischen Gründen einen Zahnersatz machen lassen. Davon haben mir die Zahnärzte aber abgeraten, weil sich mein Kiefer bereits stark verformt hatte“, erinnert sich die 54-jährige Landfrau.

Leben mit den Schmerzen
Mit dieser Antwort war sie zwar nicht glücklich, aber sie fand sich zunächst damit ab. Auf die Idee, dass ihre ständigen Kopfschmerzen und die Rückenprobleme auf die fehlenden Zähne zurück zu führen sind, kam sie damals nicht. Das erkannte erst Jahre später der Zahnarzt Dr. Wolfgang Bartsch aus Wadersloh-Diestedde. Er war der erste Zahnarzt, der einen Zahnersatz bei Gabriele Terbrock in Erwägung zog.
Dass die Wiederherstellung eines guten Zahnstatus nach so vielen Jahren nicht leicht sein würde, darüber ließ sie der Zahnarzt nicht im Unklaren. Er erklärte ihr aber, dass gute Chancen bestehen würden, dass sich auch die anderen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Nackenverspannungen bessern würden. Das gab schließlich den Ausschlag für ihre Entscheidung, die langwierige, aufwändige und auch kostspielige Therapie auf sich zu nehmen.

Schwierige Diagnose CMD
Worunter Gabriele Terbrock litt, nennen Fachleute kurz CMD, was für Craniomandibuläre Dysfunktion steht. Dr. Bartsch erklärt: „Zwischen den Kiefergelenken, den Kopf-Dreh-Gelenken und den Kreuz-Darmbeingelenken am unteren Ende des Rückens besteht eine funktionale Verbindung. Alle drei Gelenke sind stark mit Nerven versorgt und werden von anderen Nerven durchzogen. Besteht bei einem dieser Gelenke eine Fehlbelastung, sind häufig die anderen Gelenke mit betroffen.“
Ärzte tappen häufig lange im Dunkeln, wenn eine CMD vorliegt. Typische Symptome sind Zähneknirschen, schmerzhaftes Knacken in den Kiefergelenken, Spannungskopfschmerzen, Mattigkeit, Morgensteifigkeit, Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich und schmerzhafte Verspannungen im Schulter-Nackenbereich. Besteht der Verdacht auf eine CMD, muss der Arzt oder Zahnarzt zunächst feststellen, ob die Beschwerden von „unten“, zum Beispiel von einer schiefstehenden Hüfte, verursacht werden oder ob die Ursache der Störung „oben“ also im Kiefergelenk zu suchen ist. Ist letzteres der Fall, so sind oft Fehlstellungen der Zähne oder ein schlecht sitzender Zahnersatz für die Beschwerden verantwortlich. Eine große Rolle spielt auch der Stresspegel des Patienten, denn viele Menschen reagieren auf Stress mit Zähneknirschen oder -pressen. Bei der Ursachenforschung wie auch bei der Behandlung arbeitet Dr. Bartsch eng mit Orthopäden, Osteopathen und Physiotherapeuten zusammen.

Spurensuche beim Zahnarzt
Die Behandlung einer CMD, die durch das Kiefergelenk ausgelöst wurde, sollte in einer spezialisierten Zahnarztpraxis erfolgen. Auch Dr. Wolfgang Bartsch hat eine spezielle Fortbildung absolviert. Solche Spezialisten sind beispielsweise im Internet unter www.cmd-therapie.de oder www.cmd-dachverband.de zu finden.
Die Behandlung beginnt in der Zahnarztpraxis mit der klinischen Funktionsananlyse. Dabei werden die Ursachen für den Schmerz ermittelt. Dr. Bartsch erklärt: „Zuerst werden von den Zähnen Abdrücke genommen und dann damit Modelle hergestellt. Danach bestimmt der Zahnarzt die Position, bei der die Unterkieferzähne so zu den Oberkieferzähnen stehen, dass die Gelenke spannungsfrei in den Gelenkgruben sitzen.“
Mithilfe weiterer komplizierter Verfahren fertigt er anschließend eine spezielle Schiene, die so genannte Okklusionsschiene, an, die den Biss und die Kiefergelenke und damit auch das ganze Skelettsystem entlastet. Diese Schiene muss immer wieder neu angepasst werden. Unterstützt durch begleitende Krankengymnastik wird nach und nach ein idealer Biss erarbeitet. Häufig bessern sich die Beschwerden dadurch schon nach wenigen Wochen.
Großer Aufwand, der sich lohnt
Diese Erfahrung machte auch Gabriele Terbrock. Bedingt durch die fehlenden Zähne litt sie unter einem Beckenschiefstand und die Wirbelsäule hatte sich verschoben. Dr. Bartsch fertigte für die Landfrau eine Schiene an, die sie den ganzen Tag über tragen musste. „Das war nicht angenehm. Nur beim Essen durfte ich sie rausnehmen. Und ich musste fast jede Woche einmal zum Zahnarzt“, schildert die Patientin, mit welchen Mühen die Therapie verbunden war. Aber der Erfolg sollte sich bald zeigen. Nach etwa acht Wochen besserten sich die Verspannungen und auch die Kopfschmerzen plagten sie nicht mehr so heftig wie bisher. Nach etwa einem Jahr war sie dank der Schiene und begleitender Krankengymnastik beschwerdefrei. Erst dann konnte die endgültige Versorgung der Zähne in Angriff genommen werden. Für den Zahnersatz mussten ihr schließlich zwei weitere Zähne gezogen werden.
Die Therapie hat sich bei Gabriele Terbrock über einen Zeitraum von etwa 18 Monate erstreckt. Sie hat in die Behandlung viel Zeit und Mühen investiert, aber auch viel Geld. Allein die Schiene kosteten pro Stück etwa 1000 €. Rechnet sie heute alle Kosten zusammen, einschließlich des Zahnersatzes, der Kosten für den Orthopäden und der Fahrtkosten, kommt sie auf etwa 15  000 €. „Dafür hätte ich mir ein Auto kaufen können“, vergleicht sie, kann dabei aber lächeln. Denn für sie hat sich der Aufwand gelohnt.
Ganz so teuer wie bei Gabriele Terbrock* muss die Behandlung nicht immer werden, denn je später die Therapie erfolgt, umso aufwändiger ist sie. Aber die Kosten für die Funktionsanalyse und die daraus entstehende Schienentherapie tragen beispielsweise die gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht. Es besteht aber die Möglichkeit, eine Zusatzversicherung abzuschließen, die eine Funktionsanalyse einschließt. Dann kann sich der Patient zumindest die Kosten für diese aufwändige Analysemethode erstatten lassen. (*Name geändert )